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Warum ökologische Korridore wichtig sind: Verbindung ist keine Garantie
Ökologische Vernetzung kann die Bewegung von Wildtieren zwischen fragmentierten Lebensräumen erleichtern und dabei helfen, auf Umweltveränderungen zu reagieren. Die hier verfügbare Evidenz erläutert jedoch vor allem diesen Mechanismus und umfasst Studien aus bestimmten Regionen: Sie erlaubt keine Aussage darüber, in welchem Maß einzelne Korridore der Biodiversität zugutekommen.
Der Wert, Bewegungsmöglichkeiten zu erhalten
Ein ökologischer Korridor ist vor allem deshalb wichtig, weil Lebensräume nicht immer als voneinander isolierte Einheiten funktionieren. Vernetzung bezeichnet den Grad der Bewegung von Organismen oder Prozessen zwischen Lebensraumflächen; in veränderten Landschaften können Straßen und städtische Gebiete diese Bewegungen behindern. [564] Die Idee ist nicht, dass ein durchgehender Streifen für sich genommen den Verlust der Biodiversität aufhält, sondern dass er Routen und Möglichkeiten erhalten kann, die durch die Fragmentierung eingeschränkt werden.
Was die ökologische Erklärung besagt
Die Erklärung ist funktionaler Art: Die Bewegung von Arten und natürlichen Prozessen durch fragmentierte oder veränderte Landschaften zu erleichtern, kann die dynamische Anpassung von Ökosystemen begünstigen und dazu beitragen, den Verlust der Biodiversität zu verringern. Die Europäische Umweltagentur betrachtet Vernetzung sowohl für den Umgang mit Veränderungen der Landnutzung als auch für die Reaktion auf den Klimawandel als relevant – in terrestrischen und marinen Lebensräumen ebenso wie in landwirtschaftlichen und städtischen Gebieten. [558] Dabei handelt es sich um erwartete Vorteile der Vernetzung, nicht um eine Garantie, dass jeder Korridor solche Ergebnisse hervorbringt.
Eine Forschungsfrage aus Kalifornien
In Südkalifornien untersucht ein Projekt des United States Geological Survey die Vernetzung in vom Menschen veränderten Landschaften. Dazu nutzt es die Landschaftsgenetik des Maultierhirsches und ermittelt die Straßenüberquerungsraten von Hirschen und Fleischfressern an als wichtig eingestuften Verbindungen. [564] Diese Beschreibung gibt an, was untersucht wird; die hier verfügbaren Informationen enthalten keine Ergebnisse, anhand derer sich feststellen ließe, wie weit sich diese Tiere bewegen oder ob die untersuchten Verbindungen ihr Überleben oder ihre Fortpflanzung verbessern.
Ein weiterer Grund: sich wandelnde Landschaften
Vernetzung gilt auch als Instrument zur Anpassung an den Klimawandel. 2021 beschrieb der US Geological Survey ein gemeinsam mit staatlichen und bundesstaatlichen Behörden entwickeltes Instrumentarium, das die Gestaltung vernetzter Landschaften unterstützen und den Klimawandel berücksichtigen soll. [563] Climate-ADAPT weist seinerseits darauf hin, dass die Erleichterung von Bewegungen die Anpassung von Ökosystemen an Klima- und Landnutzungsänderungen unterstützen kann. [558] Die Übereinstimmung dieser Quellen unterstreicht, wie wichtig es ist, Vernetzung in die Planung einzubeziehen; sie beweist nicht, dass eine bestimmte Maßnahme überall wirksam ist.
Auch Gebiet und Zusammenleben spielen eine Rolle
Korridore bestehen nicht losgelöst von Gemeinschaften und Konflikten um die Raumnutzung. Ein Artikel aus dem Jahr 2021 über die Ausläufer des westlichen Himalaya in Indien legt dar, dass der zunehmende Konflikt zwischen Menschen und Wildtieren den Schutz ökologischer Korridore erschweren kann. [549] Der verfügbare Auszug enthält keine Ergebnisse der im Titel angekündigten Anreizstrategie, sodass sich ihre Wirksamkeit nicht beurteilen lässt. Die begrenzte Schlussfolgerung, die sich ziehen lässt: Vernetzung kann neben physischen auch auf soziale und wirtschaftliche Hindernisse stoßen.
Unterschiedliche Regionen, unterschiedliche Schlussfolgerungen
Die verfügbaren Beispiele ergeben keine weltweite Bewertung. Die Studie zu Kalifornien befasst sich mit Verbindungen und Straßen in einer städtischen Landschaft; die Arbeit zum Himalaya mit dem Zusammenleben von großen Säugetieren und Menschen; und die europäischen Leitlinien umfassen ökologische Netzwerke in unterschiedlichen Lebensraumtypen. [564] [549] [558] Das Untere Rio-Grande-Tal an der Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko veranschaulicht einen weiteren Kontext: einen Übergang zwischen gemäßigten und tropischen Bedingungen, der eine große Vielfalt an Pflanzen und Tieren beherbergt. [562] Diese regionale biologische Bedeutung beweist für sich genommen nicht, dass ein bestimmter Korridor die Vernetzung verbessert hat.
Das Versprechen und die Grenzen der Evidenz
Verbindungen zu erhalten, ist plausibel und als Planungsgrundsatz begründet: Bewegungen zwischen Lebensräumen zu ermöglichen, kann ökologische Prozesse unterstützen und angesichts sich wandelnder Landschaften Spielraum für Reaktionen schaffen. [558] Die hier zusammengetragenen Quellen quantifizieren jedoch weder einen allgemeinen Effekt auf die Biodiversität noch vergleichen sie die Vorteile bestimmter Korridore mit deren Kosten oder mit Alternativen. Um eine Managementhypothese nicht mit einem nachgewiesenen Ergebnis zu verwechseln, sollte man zwischen der Planung von Vernetzung und der Messung unterscheiden, welche Arten sie nutzen und welche Folgen das hat.
Quellen und Methode
Dieser Beitrag fasst die genannten Quellen zusammen und trennt mögliche Beobachtungen von Schlussfolgerungen, die mehr Daten erfordern. Er enthält keine eigene Feldforschung von FaunaGuide und ersetzt keine fachkundige Bestimmung.
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