Auf einen Blick
Das Wichtigste
- Verbreitung
- Sein Verbreitungsgebiet umfasst europäische Gewässer und Atlantikküsten sowie Lebensräume im Mittelmeer und im Schwarzen Meer; Jungtiere wandern in Flüsse und Seen ein, die mit diesen Gewässern verbunden sind.
- Lebensraum
- Bewohnt Flüsse und andere Süßwasserlebensräume sowie Ästuare und küstennahe Brackwassergebiete; die genutzte Umgebung verändert sich im Verlauf seiner Wanderungsphasen.
- Aktivität
- Ist überwiegend nachtaktiv; die Reaktion auf Licht unterscheidet sich je nach Entwicklungsphase.
- Nahrung
- Die Nahrung kann Würmer, Fische, Weichtiere und Krebstiere umfassen; die Larven fressen planktonische Organismen.
- Schutz
- Vom Aussterben bedroht.
Beobachtungsführer
Worauf man achten sollte
- 01
Sein lang gestreckter, schlangenförmiger Körper ist im vorderen Teil zylindrisch und nach hinten stärker abgeflacht.
- 02
Rücken-, Schwanz- und Afterflosse schließen sich zu einem durchgehenden Saum zusammen, der am hinteren Körperabschnitt entlang verläuft.
- 03
Der etwas längere Unterkiefer ragt an der Schnauzenspitze leicht hervor.
- 04
Bauchflossen fehlen; dieses Fehlen der Bauchflossen tritt zusammen mit der lang gestreckten Körperform auf.
Licht, Alter und Blickwinkel können Merkmale verdecken. Bei Folgen für Verzehr, Umgang oder Schutz sind Fachquellen nötig.
Ökologie
Beschreibung und Merkmale
Anguilla anguilla ist ein aalartiger Fisch mit sehr lang gestrecktem Körper, der im vorderen Teil zylindrisch und nach hinten etwas abgeflacht ist. Sein Aussehen kann sich mit der Lebensphase verändern: Während der Wachstumsphase zeigt er gewöhnlich grünliche oder bräunliche Töne, während der Aal, der seine Rückwanderung antritt, eine andere Färbungsphase aufweist. Der Unterkiefer ragt gegenüber dem Oberkiefer leicht hervor. Rücken-, Schwanz- und Afterflosse bilden um den hinteren Körperabschnitt einen durchgehenden Saum; Bauchflossen fehlen, und seine Flossen haben keine Stacheln.
Es handelt sich um eine katadrome Wanderfischart: Während eines großen Teils ihres Lebens wächst sie in Binnengewässern oder küstennahen Brackwassergebieten heran und kehrt zurück ins Meer, wenn sie das adulte Wanderstadium erreicht. In Flüssen und anderen Süßwasserlebensräumen kann sie jahrelang bleiben; außerdem bewohnt sie Ästuare und küstennahe Brackwassergebiete. Ihr Lebensraum verändert sich daher im Verlauf ihrer Entwicklung und Wanderungen. Die verfügbaren Informationen verorten das Fortpflanzungsgebiet in der Sargassosee im westlichen Atlantik und beschreiben Wanderungen zwischen dieser Meeresregion, den europäischen Küsten und den in den Atlantik mündenden Fließgewässern.
Der Lebenszyklus umfasst mehrere Umwandlungen: Aus den Eiern schlüpfen leptocephale Larven, die den Ozean durchqueren und sich bei der Annäherung an die Küsten in durchsichtige Glasaale verwandeln. Diese können flussaufwärts wandern und zu jungen und später erwachsenen Aalen heranwachsen. Bei der Reifung wechseln sie in das Blankaalstadium und wandern flussabwärts und anschließend in tiefe Meeresgewässer, um sich fortzupflanzen; während dieser Rückwanderung stellen sie die Nahrungsaufnahme ein. Die Aktivität ist gewöhnlich überwiegend nachtaktiv, kann sich jedoch je nach Lebensphase unterscheiden. Zur Nahrung gehören Würmer, Fische, Weichtiere und Krebstiere; die Larven fressen planktonische Organismen.