Artenporträt · Veröffentlicht: · Überprüft:

Goldene Frauenhaarmoos

Polytrichum commune

Akrokarpisches Moos aus der Familie Polytrichaceae.

Polytrichum commune ist ein polsterbildendes Moos mit Blättern, die Längslamellen aufweisen; es lebt in feuchten Lebensräumen und vermehrt sich durch Sporen.

So erkennt man die Art

Auf einen Blick

Das Wichtigste

Verbreitung
Dokumentiert in einem borealen Sumpfwald in Archangelsk, Russland, am Berg Fengyang in Zhejiang, China, sowie an Probenahmeorten in Polen.
Lebensraum
Wächst auf feuchten, oft sauren Böden in Torfmooren, Sümpfen, an Teichufern, in feuchten Heiden und an bewaldeten Ufern von Fließgewässern.

Beobachtungsführer

Worauf man achten sollte

  1. 01

    Aufrechte, dichte Polster: Die wenig verzweigten Stängel tragen rund um die Achse angeordnete Blätter und können sichtbare Rasen bilden.

  2. 02

    Feuchtigkeitsabhängige Blattstellung: Im hydratisierten Zustand stehen die Blätter vom Stängel ab; beim Trocknen legen sie sich näher an ihn und biegen sich.

  3. 03

    Längslamellen: Die Blattoberseite weist parallele Leisten auf, die mit Vergrößerung erkennbar sind.

  4. 04

    Kantige Kapsel: Der Sporophyt hebt an einer Seta eine deutlich quadratisch wirkende Kapsel empor.

Eine wichtige Grenze

Licht, Alter und Blickwinkel können Merkmale verdecken. Bei Folgen für Verzehr, Umgang oder Schutz sind Fachquellen nötig.

Ökologie

Beschreibung und Merkmale

Polytrichum commune ist ein akrokarpisches Moos aus der Familie Polytrichaceae. Seine Stängel wachsen meist aufrecht und sind gewöhnlich unverzweigt; sie können dichte Polster oder ausgedehnte Rasen bilden. Das Laub ist dunkelgrün, kann mit zunehmendem Alter jedoch bräunliche Farbtöne annehmen. Die schmalen, rund um den Stängel angeordneten Blätter haben eine scheidige Basis, die den Stängel umschließt, sowie eine ausgeprägte Mittelrippe. Auf der Oberseite der Blätter fallen Längslamellen aus photosynthetisch aktiven Zellen auf. Je nach Feuchtigkeit verändert sich die Stellung der Blätter: Sind sie hydratisiert, stehen sie vom Stängel ab und biegen sich nach außen; trocknen sie, legen sie sich näher an die Achse und können sich um diese falten. Diese Veränderung geht mit dem Wachstum an feuchten Standorten und der Reaktion auf trockenere Bedingungen einher.

Die Art wächst auf dem Boden an feuchten, oft sauren Standorten. Zu den für sie genannten Lebensräumen zählen Torfmoore, Sümpfe, Teichufer, feuchte Heiden und bewaldete Uferbereiche entlang von Fließgewässern. Sie kommt auch an sumpfigen Stellen in Wäldern vor. Ihre Lamellen vergrößern die photosynthetisch aktive Oberfläche der Blätter; außerdem wurde beschrieben, dass Wasser von der Basis aus durch spezialisierte Gewebe im Stängel geleitet wird. P. commune ist zweihäusig: Die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane werden an getrennten Pflanzen gebildet. An den männlichen Pflanzen entstehen Spermatozoiden; Regen kann einige davon zu den weiblichen Pflanzen transportieren, an denen sich die Organe mit den Eizellen befinden.

Nach der Befruchtung entwickelt sich aus der Zygote ein Sporophyt, der mit der Pflanze verbunden bleibt, die ihn trägt. Er bildet eine Seta, die eine Kapsel emporhebt; in der Kapsel entstehen Sporen, die nach ihrer Freisetzung keimen und ein Protonema bilden können. Am Protonema erscheinen Sprosse, aus denen neue Pflanzen mit Stängeln und Blättern hervorgehen – die sichtbare gametophytische Phase des Mooses. Die Kapsel ist kantig und kann in jungem Zustand von einer Kalyptra bedeckt sein; bei der Reife sitzt sie erhöht auf ihrer Seta. Der Lebenszyklus wechselt somit zwischen dem Gametophyten, der die Geschlechtsorgane bildet, und dem Sporophyten, der die Sporen hervorbringt. Vorkommen der Art sind aus einem borealen Sumpfwald in der russischen Region Archangelsk, vom Berg Fengyang in Zhejiang, China, sowie von Probenahmestellen in Polen dokumentiert.

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