Artenporträt · Veröffentlicht: · Überprüft:

Stieleiche

Quercus robur

Sommergrüner Baum aus der Familie der Buchengewächse (Fagaceae).

Die Stieleiche ist ein sommergrüner Baum mit breiter Krone, gelappten Blättern mit sehr kurzem Blattstiel und Eicheln an langen Fruchtstielen.

So erkennt man die Art

Auf einen Blick

Das Wichtigste

Größe
Kann etwa 40 m hoch werden. Der Bereich kann je nach Alter, Geschlecht und Population variieren.
Verbreitung
Das natürliche Verbreitungsgebiet reicht durch Europa bis in den Iran. In Irland kommt sie häufig in den Midlands vor; in Großbritannien ist sie besonders im Zentrum und Süden verbreitet.
Lebensraum
Wächst im gemäßigten Biom. In Irland ist sie besonders mit schweren Böden im Tiefland und feuchten Standorten in Flussnähe verbunden, an denen der Untergrund auch im Winter nasse Böden tragen kann.

Beobachtungsführer

Worauf man achten sollte

  1. 01

    Gelappte Blätter von etwa 10 cm Länge, mit vier oder fünf Paaren tiefer, glatt berandeter Lappen und zwei kleinen „Öhrchen“ an der Basis.

  2. 02

    Sehr kurzer oder fehlender Blattstiel; die Eicheln hängen dagegen an langen Fruchtstielen.

  3. 03

    Rötliche weibliche Blüten in Gruppen, die nahe dem Ende der Zweiglein kleinen Knospen ähneln und an langen Stielen sitzen.

  4. 04

    Abgerundete Knospen in Gruppen nahe den Enden der Triebe; sie sind klein und unbehaart.

Eine wichtige Grenze

Licht, Alter und Blickwinkel können Merkmale verdecken. Bei Folgen für Verzehr, Umgang oder Schutz sind Fachquellen nötig.

Ökologie

Beschreibung und Merkmale

Wuchsform und Rinde. Quercus robur ist ein sommergrüner Baum, der etwa 40 m hoch werden und eine breite, ausladende Krone mit kräftigen Ästen entwickeln kann. Seine Rinde ist graubraun: Bei jungen Bäumen glatt, wird sie mit zunehmendem Alter rauer und von senkrechten Leisten durchzogen. Die wechselständigen Knospen stehen gehäuft nahe den Enden der Triebe. Sie sind klein, etwa 3–8 mm lang, unbehaart und besitzen weniger als 20 Schuppen. Die etwa 10 cm langen Blätter haben vier oder fünf Paare tiefer, glatt berandeter Lappen. Ihr Blattstiel fehlt oder ist sehr kurz; an der Basis sitzen zwei kleine, ohrähnliche Lappen.

Blüten und Bestäubung. An ein und demselben Zweig finden sich männliche und weibliche Blüten. Die männlichen Blüten bilden hängende, leuchtend grüne Kätzchen, die ihren vom Wind verbreiteten Pollen freisetzen. Die weiblichen Blüten stehen in kleinen Gruppen und bestehen aus umgebildeten Blättern; sie ähneln rötlichen Knospen und sitzen nahe dem Ende jedes Zweigleins an langen Stielen. Die Blüten erscheinen zu Beginn des Frühjahrs, bevor die Blätter vollständig entwickelt sind. In Irland treiben die Blätter im April oder Mai aus, etwa zwei Wochen früher als bei der Traubeneiche, Quercus petraea. Dieser saisonale Unterschied bezieht sich auf Irland, nicht auf das gesamte Verbreitungsgebiet.

Früchte und Lebenszyklus. Nach der Bestäubung entwickeln sich aus den weiblichen Blüten Eicheln; der irischen Quelle zufolge bilden sie sich im September. Jede Eichel enthält einen Samen in einer harten äußeren Hülle und sitzt in einem Fruchtbecher an einem langen Stiel. Junge Eicheln sind grün und werden bei der Reife braun. Für den britischen Kontext wird beschrieben, dass sie abfallen und im folgenden Frühjahr keimen können. Die abgefallenen Blätter zersetzen sich und bilden eine Streuschicht, die wirbellosen Tieren und Pilzen zugutekommt. Der Baum bietet außerdem zahlreichen Organismen Nahrung und Schutz: Seine Eicheln werden von Vögeln und Säugetieren gefressen; seine Äste, der Stamm, Baumhöhlen und Totholz können als Stütze, Unterschlupf oder Nistplatz dienen. Er kann etwa tausend Jahre alt werden.

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