Ökologischer Kontext
Ein System, keine Kulisse
Ein Überblick über Landschaft, Veränderungen und Schutzmöglichkeiten. Dieses Profil beschreibt einen breiten Lebensraumtyp; lokale Daten brauchen eigene Untersuchungen.
Lebensraumführer
Funktionsweise
Umweltbedingungen
Das mediterrane Klima steht unter ozeanischem Einfluss: Die Niederschläge fallen hauptsächlich zwischen Oktober und März, während Juli und August gewöhnlich sehr trocken sind. Auch die Unterschiede zwischen einzelnen Jahren sind wichtig. Das Relief und die Lage zum Grundwasserspiegel können zusätzliche lokale Unterschiede in der Wasserverfügbarkeit schaffen, selbst innerhalb derselben Dünenlandschaft.
Verbreitung und Geltungsbereich
Dieses Profil behandelt Wacholderwälder im stabilisierten Dünensystem von Doñana im Südwesten Spaniens. Die Untersuchung ihrer Böden fand an drei nahe beieinanderliegenden Orten in einem etwa zehn Quadratkilometer großen Gebiet statt, rund drei Kilometer vom Atlantik entfernt. Wacholderwälder, Strauchvegetation und Bestände einjähriger Gräser und Kräuter wechseln sich in dieser Landschaft ab; sie bilden keinen einheitlichen Vegetationstyp.
Struktur
Sand prägt die Bodenart. Das Ausgangsmaterial stammt aus vom Wind transportierten Sedimenten, die über älteren Ablagerungen stabilisierte Dünen bilden. Zum Relief gehören Dünenkuppen, Hänge und Senken zwischen den Dünen mit unterschiedlichen Bodentypen. Unter der Gehölzvegetation unterscheidet sich die mikrobielle Gemeinschaft von der im Grasland: Die Studie fand in den Wacholderwäldern einen größeren Reichtum an Pilzsignalen. Diese DNA-Fingerabdrücke ermöglichen Vergleiche zwischen Gemeinschaften, entsprechen aber keinem Artenkatalog.
Ökologische Prozesse
Mikroorganismen zersetzen gefallene Blätter und abgestorbene Äste. Diese Aktivität führt Nährstoffe in den Kreislauf zurück und gibt einen Teil des zuvor von Pflanzen aufgenommenen Kohlenstoffs an die Atmosphäre ab, überwiegend als Kohlendioxid. In den Wacholderwäldern sind Pilze, die mit verholzten Wurzeln verbunden sind, Teil der Beziehung zwischen Vegetation und Boden. Es handelt sich nicht bloß um Sand: Organische Substanz und die Organismen, die sie nutzen, machen dieses Substrat zu einem lebendigen Lebensraum.
Lebensraumführer
Wandel und Schutz
Gefährdungen
Das hydrologische Jahr 2004–2005 verband extreme Dürre mit starker Kälte und führte zu Blattverlust und zum Absterben von Gehölzen. Im Mai 2010 hatten sich geschädigte Flächen noch nicht vollständig erholt. Bodenanalysen zeigten anhaltende Veränderungen der mikrobiellen Gemeinschaften: höhere bakterielle Vielfalt und geringere Pilzvielfalt in den betroffenen Wacholderwäldern. Dies sind Ergebnisse jenes Ereignisses und jener Probenahme, keine Bewertung des heutigen Zustands. Veränderungen der Vegetation und organischer Reste können die Bodenfunktionen beeinflussen.
Verknüpfte Arten sind dokumentierte Beispiele für ein bestimmtes Gebiet. Die Liste ist nicht vollständig; fehlende Nachweise belegen keine Abwesenheit.
Quellengrundlage
Quellen dieses Profils
Quellen zur Prüfung der beschriebenen Prozesse und Belastungen. Regionale Quellen machen diesen Überblick nicht zum lokalen Inventar.
- 01Las sequías alteran la diversidad microbiana del suelo www.mncn.csic.es
- 02Climate-induced die-off affects plant-soil-microbe ecological relationship and functioning oup.silverchair-cdn.com